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Rhein-Lahn-Zeitung
vom 03.11.2004
von
Brigitte Koschara
Im Rahmen
des Reformationstages gastierte am Wochenende das
Vocalensemble Unterlahn in Freiendiez. In der voll
besetzten Jakobuskirche präsentierten Chor und Solisten
ein feierliches Konzert, das die Zuhörer begeisterte. Im
Anschluss an den musikalischen Teil standen im
Gemeindehaus noch einige Ehrungen auf dem Programm.
Diez-Freiendiez. Mit einer ganz besonderen Inszenierung
würdigte die Jakobusgemeinde Freiendiez am Sonntag den
Reformationstag. Das Vocalensemble Unterlahn hatte zu
einem feierlichen Konzert eingeladen. Die Kirche war bis
auf den allerletzten Platz gefüllt - und die Besucher
wurden nicht enttäuscht. Ein hochmotivierter Chor und
erstklassige Solisten sorgten für ein 90-minütiges
musikalisches Vergnügen, das nur einen einzigen Makel
hatte: es war viel zu schnell vorbei.
„Dona
nobis pacem, Domine - Verleih uns Frieden gnädiglich“
dieses Werk von Felix Mendelsohn-Bartholdy stand am Anfang
des Konzertes. Schon nach den ersten Tönen hatte der Chor
das Kirchenschiff in ein Orpheum verwandelt. Der Zuschauer
wurde sofort von der unnachahmlichen Stimmung des
Vortrages gefangen genommen und bis zum Ende nicht mehr
losgelassen. Diesen kolossalen Eindruck verstärkte das
Orgelspiel von Dekanatskantor Martin Samrock. Mit dem
„Grand Choer“ in G-Dur aus den „Dix pièces“ des
Komponisten Théodore Salomé zog er gleich zu Beginn
sämtliche Register seines Könnens. Anschließend begleitete
er, unaufdringlich und auf den Punkt harmonisch, das
Vocalensemble zum "Kyrie" und "Gloria" aus der Messe in Es-Dur
des böhmischen Hofkapellmeisters Johann Joseph Abert.
In seiner
Lesung erinnerte Dekan Hans-Otto Rether mit den Worten
aus Jesaja 66 „Der Himmel ist mein Thron“ an die
Einweihung der Jakobuskirche vor genau 151 Jahren. Mit dem
Song aus „Jubilate“ des zeitgenössischen englischen
Komponisten Bob Chilcott vervollständigten Dorothee Laux
und Marcus Gemeinder den Kreis der Mitwirkenden. Die
Sopranistin hat sich mit den hervorragenden Darbietungen
ihrer Stücke weit über die Grenzen der Region hinaus einen
Namen gemacht. Mit Marcus Gemeinder stand ihr als
Begleitung am Klavier ein Multitalent zur Seite, das gerne
schon mal einen Abstecher zum Jazz oder ins Kabarett wagt.
Einer
weiteren Lesung des Dekans Rether schloss sich der Chor
mit der Weise „Sing and Rejoice“ des norwegischen
Komponisten Knut Nystedt an, abgelöst von Salomés
wunderbarer „Mélodie“ durch Martin Samrock. Anschließend
brillierte die Paarung Laux/Gemeinder mit der Psalmkantate
„Meine Seele dürstet nach Gott“ von Mendelsohn-Bartholdy.
Ebenfalls aus Aberts Messe bot das Vocalensemble,
unterstützt von der Orgel, ein „Sanctus" und "Benedictus“,
das für Gänsehaut im Auditorium sorgte. Nach dem „Panis
angelicus“ aus der „Feierlichen Messe“ des Belgiers Cesar
Franck (Laux/Gemeinder) rezitierten die Sängerinnen und
Sänger das „Vater unser“ des französischen Komponisten
Maurice Duruflé, um mit dem „Agnus Dei“ aus Aberts Messe
fortzufahren. „Locus iste a Deo factus est“ - „Diese
Stätte ist von Gott gemacht“ - Anton Bruckners
anschließende Kantate wurde vom Chor zu einem
faszinierenden Wechselspiel der Stimmen genutzt. Nach
Martin Samrocks Meditation zu Salomés „Cantiléne“ kam ein
weitere Höhepunkt klassischer Werke zu Gehör: die
melodiöse Arie „Laudate Dominum“ aus der „Vesperae
solennes de Confessore“ von Wolfgang Amadeus Mozart, von
Chor, Orgel und Sopranistin gemeinsam vorgetragen. Mit
perfektem Timing mischten sich die Glocken der
Jakobuskirche in die herrlichen Töne der Vesper.
Den Segen
des Dekans rundeten die Vocalisten nochmals mit der Bitte
„Verleih uns Frieden gnädiglich“ ab, ehe Martin Samrock
mit der A-Dur-Variante des „Grand Choer“ das Konzert
schloss. Der nicht enden wollende Beifall der Zuhörer
belohnte alle Beteiligten für ihre hervorragende Arbeit.
Der Frieden - er war für alle greifbar an diesem Abend in
der Jakobuskirche.
25 Jahre
aktiv
Im
Anschluss an das Konzert hatte das Vocalensemble zu einem
Sektempfang in das Gemeindehaus einladen. Dort gab es für
den Dirigenten Andreas Sehrbrock eine ganz besondere
Ehrung: für seine 25-jährige Tätigkeit als Chorleiter
erhielt er die silberne Ehrennadel des Deutschen
Sängerbundes, die ihm Reinhold Debusmann, Vorsitzender des
Sängerkreises Unterlahn, verlieh. Überdies wurde Manuela
Gasteier für ihre 25jährige aktive Zeit als Sängerin mit
einem silbernen Anstecker belohnt.
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