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"Gefühlswelten im lebhaften Hotel Americana"

 

Nassauische Neue Presse, 07.04.2003

von Volker Thamm

 

Altendiez. Feurige Temperamente, tiefsinnige Gefühle, jugendlich-spritzige Percussions-Klänge, kristallklare Stimmen - Vielfalt war Trumpf im "Hotel Americana", einer von heißen Rhythmen und sanften Klängen getragenen Top-Veranstaltung des Vocalensembles Unterlahn. Vor hinreißender Hotelkulisse mit Rezeption, Elevatore (Aufzug) und Meeresblick verschmolzen Rhythmen, Klänge und Bewegungen zu völker- und kulturverbindender Friedensmission. Empfangschef Hagen Schwarz leitete die Gäste durch die musikalisch wie tänzerisch vielfältige Welt des großen Kontinents Amerika.

 

Vier Schwerpunkte gab es im Programm, vier Höhepunkte. Herausragend, weil jugendlich, ohne langjährige Erfahrung, aber nichtsdestotrotz fantastisch: Schlagabtausch. Das sind vier Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren, die am Taunus zu Hause sind und von Jörg Fabig (Wiesbaden) unterrichtet werden. Boris Barth, Marvin Kunath, Claudio Pichelmann und Linda Bender sind Meister auf Marimba, Vibraphon, Glockenspiel, Tamtam, Tomtom, Bongo, Conga und allen Arten verschiedener Trommeln. Selbst ohne Instrumente verstehen sie ihr schlagfertiges Handwerk und zaubern sogar nur mit Fingerschnippen, Schenkelklopfen und Händeklatschen einen rhythmischen Bossa Nova. Tosender Beifall ist den jungen Leuten immer wieder sicher. So auch bei dem vierhändigem Spiel auf der Marimba, dem mexikanischen Traditionsinstrument. Selbst der häufige Taktwechsel bei "A la nanigo" machte den Jugendlichen kein Problem.

 

Grandios auch das Duo Libertango, das temperamentvoll, ausdrucksstark, gefühlvoll, ja erotisch-neckisch das Lebensgefühl am Rio de la Plata zum Ausdruck brachte. Ihr Medium: der Tango, in choreografisch anspruchsvoller Perfektion vorgestellt. Mit dabei Ute und Helmut Lochmann, Andrea und Gerhard Klein, Susanne und Roger Windrich.

 

Mit drei Instrumenten gleichzeitig und einem Gesichtsausdruck, der mit der Panflöte verschmolz, brachte Nilo Tito (Koblenz) den Hotelgästen das Lebensgefühl der Karibik näher. Sein Gitarrenspiel zeichnete sich durch wechselhafte Schlag- und Zupftechniken aus, sein Pan-Flötenspiel durch gefühlsbetonte Ausdrucksstärke, und dazu kamen die passenden Schellenklänge vom rechten Bein. Klasse.

 

Das Vocalensemble Unterlahn unter der Leitung von Andreas Sehrbrock präsentierte sich mit einem breiten musikalischen Spektrum, stimmgewaltig, manchmal etwas sopran- und alt-dominierend. Die jungen Frauen und Männer aus der gesamten Region bewiesen sowohl bei rhythmischen Musical-Melodien als auch bei temperamentvollen Liedern aus Nord- und Südamerika viel Einfühlungsvermögen und hohes künstlerisches Niveau. Die schwungvolle Atmosphäre eines karibischen Marktes kam per Outfit wie per Gesang rüber, wie auch die getragene Stimmung im weltbekannten Liebeslied "Besame mucho".

 

Hervorragend auch die Kooperation mit "Schlagabtausch", für die jungen Percussionisten eine Premiere. Die Jugendlichen zeigten hierbei höchste Konzentration und Einfühlungsvermögen, und ihre Erfahrung aus Blasorchestern kam ihnen offensichtlich zu Gute. Nie versuchten sie, die gesanglich notwendige Dominanz zu brechen. Bravo. Hervorragend auch die pianistische Untermalung durch Marcus Gemeinder mit Unterstützung von Valeska Judisch.

 

So muss eine chormusikalische Veranstaltung heute aussehen: mit Power, mit Showeffekten, mit instrumentaler Begleitung. Dann werden auch Säle wie die Lahnblickhalle gefüllt. Das überzeugte auch Reinhold Debusmann, Vorsitzender des Sängerkreises Unterlahn. Diese Veranstaltung war ein Genuss für Auge, Ohr und Seele. Weiter so.

 

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