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Nassauische
Neue Presse vom 31.03.2009
von Willibald Schenk
Diez.
Das Konzert des Vocalensembles Unterlahn-Diez in der Aula
des Sophie-Hedwig-Gymnasiums hatte Liebeslieder
verschiedener Genres aus fünf Jahrhunderten auf dem
Programm.
„Wohin
mit der Freud’?“ Dieses Thema spannte den Rahmen in einer
vielfältigen Auswahl von Liebesliedern und englischen
Songs von der Renaissance bis zur Gegenwart.
Das
Vocalensemble Unterlahn-Diez unter der Leitung von Andreas
Sehrbrock hat sich seit seiner Gründung (1990) zu einem
beachtlichen Kammerchor entwickelt, der sich nicht als
Konkurrenz zu bestehenden Chören der Region versteht.
Die
Sängerinnen und Sänger, die da agieren, werden mit
hochwertiger Literatur konfrontiert, die auch im Sinne der
klanglichen Qualität liegen muss. Der Leistungsstand des
Chores ist beachtlich. Und wenn sich eine qualifizierte
Sängerin und Stimmbildnerin wie Dorothee Laux um die
klanglichen Eigenschaften kümmert, dann kann der
Leistungschor, der den Titel „Meisterchor des Sängerbundes
Rheinland-Pfalz“ trägt, weiterhin erfolgsorientiert mit
Andreas Sehrbrock arbeiten. Mit dem im Madrigalstil
geschrieben Stück „Ich liebe dich“ eröffneten der
gastgebende Chor den ebenso besinnlichen wie heiteren
Abend.
Thomas
van Baaijen, der Sprecher des Ensembles, gab mit
entsprechenden Erklärungen in launiger Art die nötigen
Hintergrundinformationen zu den einzelnen Titeln, die in
einer Mixtur – ganz unabhängig der Stilepochen –
zusammengestellt wurden. Popsongs aus dem englischen
Sprachraum wechselten mit Stücken bedeutender Komponisten.
So beispielsweise das lang nicht mehr aufgelegte Stück aus
der Zeit der Romantik „In der Marienkirche“ von Carl
Loewe, jenem Meister der Ballade, der in dieser
Komposition diese Elemente aufgreift. Nach dem englischen
Madrigal „April is my mistress face“ von Thomas Morley
erklangen weitere publikumswirksame Songs wie „Baby come
back to me“ im Arrangement von Jerry Nowak mit dem
Solisten Roger Müller. Mit der träumerischen „Nocturne“
von Anders Öhrwall beendete das Vocalensemble Unterlahn
den stark beklatschten ersten Programmblock.
Zwischen den Chorbeiträgen stellte sich zur Überraschung
des Publikums das Trio „Freudichdrauf“ mit Kornelia
Gemeiner und Petra Krämer als Sängerinnen und Thomas Wöll
am Klavier vor. Als Mitglieder im Vocalensemble Unterlahn
fanden sie sich im Frühjahr 2006 zusammen. Zunächst
sollten es nur Lieder bei Feiern oder Ständchen sein.
Inzwischen haben sich die drei sympathischen Akteure quasi
in das Feld der Unterhaltungsmusik begeben und sich dem
Musik-Kabarett verschrieben. Eine vielfältige Unterhaltung
war garantiert, nicht zuletzt durch die darstellerischen
Fähigkeiten des Trios, wobei die klangschönen Stimmen im
Miteinander mit dem Pianisten Thomas Wöll eine harmonische
Einheit im Sinne eines Musik-Kabaretts bildeten. Den
großen Applaus hatten die Akteure verdient.
Einen
weiteren Farbtupfer setzte der Singkreis „Doppelterz“ des
MGV „Concordia“ Niederbrechen unter Leitung von Roger
Müller zum Liebesthema. „Doppelterz“ bildet eine
ausgewogene Besetzung aus jungen Leuten, denen es förmlich
Spaß macht, Popsongs mit swingenden Arrangements zu
singen. Nach seinem 15-Jährigen Bestehen vor zwei Jahren
verfügt der Chor jetzt über rund 30 Sängerinnen und
Sänger, die an diesem Abend Gospels, nordische Lieder und
moderne populäre Stücke zum Thema ausgewählt hatten.
Liebe, so der Ansager Manfred Königstein, äußere sich ja
in vielen Facetten und Formen. So wurde auch die
romantische Liebe mit „Can’t help falling in love“ von
Elvis Presley besungen. Große Begeisterung war dem Chor
sicher. Popsichere Eigenschaften besitzen die Solisten
Stefan Heider und Jessica Egenolf, die in „You raise me
up“ und „Frauen sind anders“ von Hans Unterweger ganz in
ihrem Element waren und dafür reichlich Beifall bekamen.
Schließlich führte der gastgebende Chor noch zum Ziel des
Themas „Wohin mit der Freud’?“ von Friedrich Silcher.
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