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Rhein-Lahn-Zeitung
vom 09.04.2009
Diez.
„Wohin mit der Freud‘?“, fragt sich der Jüngling in
Friedrich Silchers gleichnamigem Volksliedsatz. Hin zur
Liebsten natürlich, denn nichts weckt, raubt und schluckt
so viel Energie wie die Liebe. Deshalb haben Komponisten
aller Epochen Liebesgefühle in Töne gesetzt.
Das Frühjahrskonzert des gemischten
Kammerchores „Vocalensemble Unterlahn - Diez“ in der Aula
des Sophie-Hedwig-Gymnasiums gab einen Eindruck davon -
unter anderem mit Silchers „Wohin mit der Freud‘?“, das
dem ganzen Konzert den Titel gab. Den Anfang machten die
berühmten drei Worte „Ich liebe dich“, in ein Madrigal
gesetzt vom alten Meister Orlando di Lasso.
Damit zeigte das Vocalensemble
Stilsicherheit in der mehrstimmigen Musik und mit dem
anschließenden „You are the sunshine of my life“ spontane
Flexibilität. Dirigent Andreas Sehrbrock hatte diese
beiden Gegensätze an den Anfang gestellt, um damit zu
zeigen, welche Epochen und Stile sich mit dem Thema Liebe
überbrücken lassen. Die Offenheit seines musikalischen
Leiters für alte und neue, ernste und populäre
Kompositionen, zusammen mit dem Ehrgeiz der Vokalisten,
hat dem Ensemble vorigen Herbst erneut den Titel
„Meisterchor“ des Sängerbundes Rheinland-Pfalz
eingebracht.
Auf die modernen Interpretationen der Liebe
konzentrierte sich der Gastchor „Doppelterz“, eine
stattlich besetzte, gemischte Formation des MGV Concordia
Niederbrechen, unter der Leitung von Roger Müller. Immer
klangschön, mit den starken Solisten Jessica Egenolf und
Stefan Heider und vorwiegend am Klavier begleitet vom
Marcus Gemeinder, sang „Doppelterz“ Lied um Lied, dass die
Zeit nur so verflog: Traditionals, Gospel, Deutschpop –
die Liebe hat ja so viele Facetten. Die Moderatoren Thomas
van Baaijen (Vocalensemble Unterlahn) und Manfred
Königstein (Doppelterz) wussten das zu illustrieren.
Das Scharnier zwischen den Chören bildete
das Trio „Freudichdrauf“ aus Kornelia Gemeiner und Petra
Krämer, begleitet von Thomas Wöll. Bei dieser Gruppe
dominierten die dunklen Seiten des Themas: Ehemisere,
verhinderte Liebe und Eifersucht bis zum Mord. Zum Lachen
war’s trotzdem. Am Ende hatte das Publikum eine wirklich
beeindruckende Bandbreite an Musik erlebt, ohne das Thema
Liebe je zu verlassen.
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