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Rhein-Lahn-Zeitung
vom 12.10.2005
BAD EMS. "Geistliche und
weltliche Chorliteratur von gestern bis heute" - unter
diesem Motto stand am Sonntag das Konzert des
Vokalensembles Mittelrhein, das es gemeinsam mit dem
Vocalensemble Unterlahn-Diez im Marmorsaal in
Bad Ems darbot. Den Zuhörern bot sich ein fesselndes
Chorerlebnis mit einem äußerst abwechslungsreichen
A-cappella-Programm. Dabei zeigten beide
Chöre ihre stilistische und klangliche Bandbreite und
stellten sich gut auf die durchaus schwierige Akustik des
Marmorsaals ein.
Im ersten Teil
präsentierte das "Vocalensemble Unterlahn-Diez"
überwiegend geistliche Chorwerke verschiedener Epochen. So
erklang zum Einstieg des Konzerts das schöne "Verleih uns
Frieden" von Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Werke von Schütz, Reger und den Zeitgenossen Duruflé und
Nystedt rundeten diesen Auftritt ab. Besonders viel
Beifall bekamen die Sängerinnen und Sänger für ihre
präzise und schwungvolle Darbietung des Gospels "Ezekiel
saw the wheel" in einer Fassung von Kirby Shaw.
Von der Renaissance bis
zu aktuellen poppigen Gefilden reichte auch der weltliche
erste Block des Vokalensemble Mittelrhein. Schon mit dem
melancholischen Madrigal "Dindirin" aus unbekannter Feder
wusste das Ensemble die Zuhörer mit weichen und homogenen
Klängen für sich zu gewinnen. Auch die weiteren Stücke
dieses Teils von Bertrand, Widmann, Hammersteen,
Praetorius und anderen befassten sich mit der Liebe in all
ihren schönen und auch traurigen Facetten. Mit dem
peppigen Stück "Dixieland" von Hans Weiß-Steinberg
brachten die Sängerinnen und Sänger vom Mittelrhein
gekonnt ihre Liebe zur (Jazz-)Musik zum
Ausdruck.
Dann kam erneut das
Vocalensemble Unterlahn-Diez auf die Bühne. Der
"Meisterchor des Chorverbandes Rheinland-Pfalz"
bot ein buntes Kaleidoskop schöner Chormusik aus den USA
und Europa. Vor allem mit der außergewöhnlichen
Bearbeitung des französischen Volksliedes "Sur le pont
d"Avignon" von Heinz Lemmermann begeisterten die Sänger
ihr Publikum. Doch auch für Billy Joels "Lullabye" in der
bekannten Fassung von Kirby Shaw erntete das Ensemble
herzlichen Applaus. Der Chor verabschiedete sich mit der
deutschen Weise "Guten Abend, gut" Nacht" in einem Satz
von Gerhard Wind.
Die selige Abendstimmung
wurde jedoch sofort mit dem Weckerklingeln und darauf
folgenden sehr effektvollen "Langschläfers Morgenlied" von
Uli Führe beendet, mit dem das Vokalensemble Mittelrhein
dann seinen Auftritt "einläutete". Er erfreute die Zuhörer
diesmal mit mal fetzigen, mal besinnlichen
Gospel-Bearbeitungen. Die Sänger glänzten besonders bei
Lorenz Maierhofers schwungvollem "Have a nice day" durch
Präzision und klangliche Frische. Auch "Let my light shine
bright" von Maierhofer und "Höre mein Rufen" von Hans Weiß-Steinberg
zogen das Publikum in ihren Bann. Zum Abschluss dieses
gelungenen Abends sangen die beiden Chöre noch die
herzerfrischende Bearbeitung "Hab mein Wage vollgelade"
von Lemmermann und Robert Sunds populäre Version von "Goodnight,
sweetheart". Diese beiden Zugaben faszinierten noch einmal
besonders, da sich beide Chöre hervorragend miteinander
mischten und zu einer klanglichen Einheit wurden. Die
Gesamtleitung des Programms lag in den kompetenten Händen
des Chorleiters vom Vokalensemble Mittelrhein, Winfried
Kahl. Andreas Sehrbrock dirigierte das Vocalensemble
Unterlahn-Diez.
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