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"Große Begeisterung für junges Ensemble"

 

Nassauische Neue Presse vom 07.04.2000

Von Willibald Schenk

 

 

Altendiez. Ohne Zweifel hat das Vocalensemble Unterlahn in seiner jetzt zehnjährigen Wirkungszeit die Chorlandschaft in dieser Region stark bereichert. Seit 1998 trägt es den Titel „Meisterchor des Sängerbundes Rheinland-Pfalz“. Alle, die den Chor zum zehnjährigen Bestehen in einem Konzert in der Lahnblickhalle hörten, können jetzt gut nachvollziehen, dass er diesen Titel zu Recht trägt. Unter der Leitung von Chorleiter Andreas Sehrbrock boten die Sängerinnen und Sänger in einer ausgewogenen Besetzung ein interessantes Programm, das Raum für verschiedene Stilrichtungen bot.

 

Das Ensemble bewies damit seine musikalische Vielseitigkeit und kam auch seiner Gründungsabsicht nach, nämlich für alle Stil-Epochen offen zu sein.

Mit Werken aus der altklassischen Polyphonie über Spirituals bis hin zu Popsongs und Jazz-Arrangements zeigten die jungen Choristen viel Gespür für Beweglichkeit und Klangsinn. Wenn auch das Ensemble von Fluktuationen nicht ganz verschont blieb, hat die Singbegeisterung der Mitglieder doch zu einem gemeinschaftsfördernden Geist beigetragen, der schließlich zum Erfolg geführt hat. Und der Erfolg war der zielstrebigen Gruppe an diesem Abend sicher. Das große Auditorium, von Thomas Wöll ebenso nett wie fachkundig durch das Programm geführt, fand das vor allem im zweiten Teil mit swingenden Titeln bestätigt, in dem „Short People“ von Randy Newman und „Tekno“  (Wise Guys) heraus ragten.

 

Eine große Aufwertung erhielt das Konzert durch die Mitwirkung der bekannten Niederelberter Dorfspatzen unter der bewährten Leitung des Musikpädagogen Walter Frink. Inzwischen konnte sich der Kinderchor weit über seine Westerwälder Heimat hinaus zu einem Chor besonderer Güteklasse entwickeln. Walter Frink als Schulmusiker hat nicht nur enorme Fähigkeiten, mit den Kindern zielbewusst zu arbeiten, auch sein Charisma ist am Erfolg beteiligt, so dass man in der Tat sagen kann, dass dieser Chor bereits einen semi-professionellen Standard erreicht hat oder zumindest nahe daran ist. Dank der intensiven Stimmbildung, die gerade bei Kinderchören ungemein wichtig ist, hat der Chor eine Klangfarbe erreicht, die dem Ausdruck und der Literatur gleichermaßen gerecht entgegen kommt.

Das spürte man gleich im bekannten „Engelterzett“ von Mendelsohn-Bartholdy, mit dem die Kinder die Bühne betraten. Eine Besonderheit unter den englischen Titeln war das Medley aus „Sister Act“ in einem Arrangement von Mac Huff. Zwischendurch lockerte eine fortgeschrittene Gruppe junger Mädchen mit wirkungsvollen Soli das Programm auf. das „Abendlied eines blinden Kindes“ (Bresgen) und „Schön Blümelein“ von Robert Schumann waren weitere herzergreifende Gesänge. Nicole Pauly stand zeitweise als umsichtige Klavierbegleiterin zur Verfügung.

 

Eine weitere Attraktion war der Auftritt der Westerwälder Gruppe „Cannibale Vocale“. Ein ungewöhnlicher Name für ein ungewöhnliches Ensemble, wie sie von sich selbst sagen. Mit „It’s Showtime“ machten die 14 Vokalisten mit klangschönen Stimmen eine unterhaltsame Reise durch die Musikgeschichte, die in der Renaissance-Zeit begann und im Pop-Stil in Westerwälder Mundart endete – „Hey Mädsche komm“. Ohne den hohen musikalischen Anspruch aus den Augen zu verlieren, stöberten die jungen Sänger, manchmal mit einer gehörigen Portion Ironie, im unerschöpflichen Fundus der Musikgeschichte, so dass sie in ihrer Art das Publikum in wahre Beifallsstürme versetzten. Aber der Beifall war an diesem Abend ohnehin besonders reichlich und galt allen Mitwirkenden gleichermaßen, zu denen auch Markus Gemeinder zählte, der das Vocalensemble Unterlahn in einigen Stücken stilsicher am Piano begleitete.

 

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